Die Verantwortung des Menschen gegenüber dem Partner Pferd
Seit über 5000 Jahren steht das Pferd im Dienste des Menschen. Die Entwicklungsgeschichte des Pferdes war und ist eng verbunden mit der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklung der
menschlichen Zivilisation. In dem Maße, in dem der Mensch heute über das Pferd, seine Nutzung und seinen Fortbestand bestimmt, muß er sich stets seiner Verantwortung dem Pferd gegenüber bewußt sein.
Über
eine Million Züchter, Reiter, Fahrer und Voltigierer sowie eine Vielzahl passiver Pferdefreunde beschäftigen sich heute mit dem Pferd.. Jeder Pferdefreund, Züchter Halter und Sportler trägt ein hohes Maß an
Verantwortung für das lebewesen Pferd.
Die heutigen Lebensbedingungen des Pferdes sind ausschließlich vom Menschen geschaffen und Ergebnis eines langen Zivilisationsprozesses. Der Mensch macht sich
das Pferd zunutze. Damit übernimmt er Verantwortung für das Pferd.
Zu fragen ist nach den Grenzen des menschlichen Handelns. In welchem
Maße darf der Mensch das Pferd für seine Zwecke nutzen? Wie stark dürfen wirtschaftliche Interessen die Nutzung des Pferdes beeinflussen? Wo liegen die Grenzen zwischen der naturgegebenen körperlich-psychichen Belastbarkeit des Pferdes und seiner Überforderung?
All diese Fragen machen die ethische
Dimension des Verhältnisses Mensch-Pferd deutlich und münden in die Forderung nach ethischen Grundsätzen. Diese ethischen Grundsätze basieren auf traditionellen Werten und versuchen Orientierungshilfen für ein vertrauensvolles Miteinander von Mensch und Pferd in der heutigen Zeit zu geben.
Aus den ethischen Grundsätzen folgt:
Achtung und Respekt des Menschen vor seinem Sport-, Freizeit- und Arbeitspartner Pferd sowie
Verständnis für das Pferd sind die Grundvoraussetzung für ein harmonisches Verhältnis miteinander.
Gesundheitsvorsorge und Gesunderhaltungdes Pferdes hat auch für den Freizeit- und
Breitensportler höchste Bedeutung. Das Streben des Sportlers nach Sieg und Platzierung muß hinter der Gesundheitsvorsorge und Gesunderhaltung des Pferdes zurückstehen.
Selbstkritik des Menschen ist im Umgang mit dem Pferd die Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Pferd.
Das Ziel aller Ausbildung ist nicht das Beherrschen schwieriger Übungen, sondern die harmonische Übereinstimmung zwischen dem Menschen und seinem Pferd.
Die Texte dieser Seite sind der FN-Schrift "Die Ethischen Grundsätze des Pferdefreundes" entnommen.