Menschen und Pferde
hatten seit Jahrhunderten eine besonders vertrauensvolle Beziehung. Sie waren aufeinander angewiesen. Pferde halfen den Menschen, Entfernungen zu überwinden, Lasten zu tragen und den Acker zu bestellen. Der Mensch gab den Pferden Obhut dafür. Pferde brachten den Menschen in seiner Entwicklung ein gewaltiges Stück voran. Doch diese Beziehung hat sich radikal geändert. Ignoranz und Profitgier prägen heute den Umgang mit den Tieren.
Pferde haben den Tierschutz bitter nötig,
deswegen gründete der Verein "Tierschutz und Umwelt e.V." 1988 den "Kölner Schutzhof für Pferde". Seitdem erhält der Schutzhof aus der Bevölkerung fast täglich Anfragen, Notrufe oder Hinweise
auf mißhandelte und schwer vernachlässigte Tiere.
Falsche Behandlung und nicht artgerechte Haltung führen dazu, daß die Pferde im Durchschnitt nur noch 7 - 12 Jahre alt werden, bei einer natürlichen
Lebenserwartung von 30 Jahren und mehr! Gleichgültigkeit und Unwissenheit, allzu oft auch eiskalte Geschäftemacherei, führen zu immer mehr Frühinvaliden unter den Tieren, die dann in der Regel grundlos beim
Schlachter enden - häufig nach einem tierquälerischen Transport in südliche Länder.
Durchschnittlich befinden sich 25 Pferde und Ponies auf dem
Schutzhof. Die meisten Pferde kommen durch Zusammenarbeit mit Tierfreunden oder anderen Vereinen zu uns. Sei es durch "Freikaufen" von Pferden auf einem rollenden Schlachttransport oder durch den
Ankauf von verletzten oder kranken Renn-, Zirkus- und Schulpferden, die abgeschoben und geschlachtet werden sollen, weil sie für die Besitzer plötzlich nicht mehr lukrativ sind.
Für Kinder und Jugendliche ist der Schutzhof ein
beliebtes Freizeitziel. Sie erlernen den richtigen Umgang mit den Tieren und übernehmen verantwortungsvolle Aufgaben. Der Verein "Die Brücke", der Jugendliche resozialisiert, arbeitet eng mit dem
Schutzhof zusammen und hat damit gute Erfahrungen gemacht.
Möglich ist dieses Projekt nur durch zwei Faktoren:
Engagierte Menschen und Geld !
Die finanziellen Probleme des Schutzhofes sind groß. Es
werden dringend Sponsoren und Förderer gesucht. Aber auch Sachspenden wie zum Beispiel Futter für die Tiere oder Holz zum Bau von Stallungen sind sehr hilfreich.
Im Herbst 2000 sind für die Existenz des Schutzhofes wichtige
politische Entscheidungen gefallen, die den Schutzhof langfristig an seinem jetzigen Standort sichern. Dafür danken wir unserem Oberbürgermeister Fritz Schramma, der damit Weichen für den Tierschutz gestellt
hat.